Es ist Dienstag, 10 Uhr morgens. Ich lasse das kalte Wasser über mein Gesicht laufen, ziehe mir schnell ein bequemes Shirt drüber und lasse die Haustür hinter mir zufallen. Wenn ich nicht auf der Arbeit erscheinen muss, und das Privileg habe als freie Schreiberin von zuhause aus zu arbeiten, dann liebe ich es meinen Tag damit zu starten, mit dem Hund raus zu gehen. Direkt vor meiner Haustür ist ein Park, der sich bestens dazu eignet. Ich kann gar keine schlechte Laune haben, wenn mir die Sonne auf den Kopf scheint und ich der Kleinen dabei zusehen kann, wie sie neugierig an den Sträuchern schnuppert. Für wenige Minuten ist es beinahe so, als ob ich keine Verpflichtungen hätte. Als gäbe es keine Probleme, für die sich keine Lösungen finden.

KOLLEKTION

Einen Wunsch, den ich mir für mein neues Zuhause erfüllt habe, ist eine Schminkecke mit Sitzgelegenheit. In meiner alten Wohnung konnte ich das aus Platzgründen nicht realisieren, doch jetzt sind endlich die Zeiten vorbei, in denen ich stehend versuche meinen Eyeliner aufzutragen. In meinem letzten Blogpost über mein Konsumverhalten habe ich euch ja erzählt, dass ich ausgemistet habe. Und in dieser einen Schublade passt nun meine ganze Schmink-Kollektion rein. Übersichtlich und wie schwer zu erkennen ist absolut nicht mehr überfüllt. Mir reichen die Produkte, die dort drin sind. Klar will ich mir noch das Eine oder Andere dazuholen, aber nichts was unbedingt sofort sein müsste. Welche Produkte ich am liebsten verwende poste ich euch in der nächsten Woche.


Beginnen wir mit dem offensichtlichen: Ich liebe schöne Dinge. Ich habe den Anspruch, dass meine Umgebung mich ästhetisch anspricht. Nicht erst seit meiner Gestalterausbildung habe ich eine Liebe zum Detail. Ich beschäftige mich sehr viel mit Design, Inneneinrichtung, Makeup und Fashion und bin bei einigen dieser Themen sehr perfektionistisch veranlagt. Und genau deshalb wird es mir immer wichtiger, dass ich mein eigenes Konsumverhalten gut im Auge behalte. Noch vor circa drei Jahren ertappte ich mich immer wieder dabei, irgendwelche Dinge in den Einkaufskorb zu legen, die ich eigentlich gar nicht brauchte. Nagellacke in allen möglichen Farben – von türkis bis violett und pink. Lippenstifte in allen möglichen Rosétönen, Lidschatten-Paletten, die haargleiche Nuancen beinhalteten. Doch ich musste mir eingestehen, dass ich immer wieder zu denselben Produkten griff. Und das Qualität weitaus wichtiger ist als Quantität.

"I wanted to write down exactly what I felt but somehow the paper stayed empty and I could not have described it any better."

Ich weiß selbst nicht so richtig wo dieser Text hinführen wird, aber nach längerer Zeit überkommt mich wieder das Verlangen meine wirren Gedanken mit euch zu teilen. Ich war schon immer ein sehr empathischer Mensch. Wenn ich sehe, dass es jemandem schlecht geht, dann geht mir das sehr nah. Wenn ich Ungerechtigkeit erkennen kann, dann will ich etwas dagegen tun. Doch ganz häufig sind mir die Hände gebunden, und ich kann nichts weiter machen, als dabei zuzuschauen, wie sich das Leid auf der ganzen Welt verbreitet.